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Kurzinformation

 Aufgabengebiet

Die DGKJP stellt sich nach ihrer Satzung die Aufgabe, die Forschung auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, der Neurologie, der Psychosomatik und der Psychologie des Kindes- und Jugendalters sowie der Heilpädagogik zu fördern, Forschungsergebnisse zu verbreiten und für Recht und Praxis nutzbar zu machen. Allgemeine Aufgaben der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie liegen in der vorbeugenden Gesundheitspflege, in der Erkennung und Diagnostik psychischer Störungen von Kind und Familie, in der Beratung und Begutachtung und insbesondere in der Behandlung sowie der sozialen Integration und Rehabilitation psychisch gestörter und kranker Kinder und Jugendlicher. Diagnostische und therapeutische Ansätze gehen vom Verständnis einer multifaktoriellen Entstehung psychischer Störungen aus und dementsprechend von einer multifaktoriellen Behandlung, die im Zusammenwirken mit dem Individuum, seiner Familie und seinem je individuellen konkreten gesellschaftlichen Lebensumfeld geleistet wird. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie stützt sich auf ambulante, teilstationäre und stationäre Einrichtungen und die Praxen der niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiater und -psychotherapeuten. Als ärztliches Fachgebiet sind die Aufgaben der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Teil des Gesundheitssystems und eng verflochten mit der Psychiatrie, der Kinderheilkunde, der Neurologie und klinischen Psychologie sowie dem Versorgungssystem der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe.

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Mitglieder

Die Mitgliedschaft unterscheidet ordentliche Mitglieder, außerordentliche Mitglieder, korrespondierende Mitglieder, Ehrenmitglieder und Ehrenpräsidenten. Ordentliche Mitglieder können auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im deutschen Sprachraum praktisch oder wissenschaftlich tätige Ärzte und an kinder- und jugendpsychiatrischen Institutionen in diesem Raum tätige Wissenschaftler anderer Fachdisziplinen sein. Außerordentliche Mitglieder können Personen werden, die an den Zielen der Gesellschaft interessiert sind und sie zu unterstützen beabsichtigen. Zu korrespondierenden Mitgliedern können ausländische und deutsche auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie praktisch und wissenschaftlich tätige Ärzte, Diplompsychologen und Angehörige anderer Berufsgruppen ernannt werden, von deren Mitgliedschaft eine Förderung der Ziele der Gesellschaft zu erwarten ist. Ehrenmitglieder können Persönlichkeiten werden, die sich um die Gesellschaft und ihre Ziele verdient gemacht haben.

Über die Aufnahme ordentlicher und außerordentlicher Mitglieder entscheidet der Vorstand. Über die Berufung von korrespondierenden Mitgliedern und über die Ernennung von Ehrenmitgliedern und Ehrenpräsidenten beschließt die Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Vorstandes.

 


Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Der "Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie" wurde 1992 mit der neuen Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer eingeführt. Die Bezeichnung löst den 1968 eingeführten "Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie" ab. Die Weiterbildungszeit beträgt gemäß Berufs- und Weiterbildungsordnung fünf Jahre. Davon muss ein Jahr in einem anderen Fachgebiet, z.B. auf dem Gebiet der Kinderheilkunde oder auf dem Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie oder der Psychosomatik und psychotherapeutischen Medizin abgeleistet werden. Angerechnet werden kann ein halbes Jahr Weiterbildung in der Neurologie. Von den vier Jahren der Weiterbildung im Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie müssen mindestens zwei Jahre im vollstationären Bereich erfolgt sein. Zwei Jahre der Weiterbildung können bei einem niedergelassenen Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie abgeleistet werden.

Inhalt und Ziel der Weiterbildung sind Vermittlung, Erwerb und Nachweis eingehender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in den theoretischen Grundlagen, der Diagnostik und Differentialdiagnostik psychischer Erkrankungen des Kindes- und Jugend- und Heranwachsendenalters, einschließlich neurologischer Untersuchungen sowie in der Differentialdiagnostik psychiatrischer Krankheitsbilder und Störungen, in der Pharmakotherapie, der Psychotherapie und der Soziotherapie von Kindern und Jugendlichen, auch unter Einbeziehung der erwachsenen Bezugspersonen. Ausbildungsinhalt ist auch die Begutachtung bei familien- und sozialrechtlichen sowie strafrechtlichen Fragestellungen und u.a.m.

 


Zeitschriften

Das Organ der DGKJP ist seit 1973 die "Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie", die aus dem "Jahrbuch für Jugendpsychiatrie und ihre Grenzgebiete" hervorging. Seit 1896 erschien in Deutschland die Zeitschrift "Die Kinderfehler", die später als "Zeitschrift für Kinderforschung" fortgeführt wurde und 1944 ihr Erscheinen einstellen mußte. Die englischsprachige Zeitschrift "Acta paedopsychiatrica", die nach 1994 ihr Erscheinen wieder eingestellt hat, hatte ihren Vorläufer in der 1934 von Tramer in der deutschsprachigen Schweiz gegründeten "Zeitschrift für Kinderpsychiatrie"; die Zeitschrift "Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie" erscheint seit 1951.

 


Weitere Informationen

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in der Bundesrepublik Deutschland - Die Versorgung von psychisch kranken Kindern, Jugendlichen und ihrer Familien Herausgeber: DGKJP, BKJPP und BAG, Schattauer-Verlag 2003, ISBN 3-7945-2247-8, 24,95 €
  • Forschung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Perspektiven, Strategien, Schwerpunkte. Herausgeber: M.-H. Schmidt, H. Remschmidt